192.0 Kilometer
5585 Höhenmeter
11h 58min Fahrzeit
16.0 km/h (62.4 max.)
98.5 Watt (248 max.)
129.9 bpm (174.0 max.)
Täglich grüßt das Murmeltier…
Es gibt Tage, die verändern den Blick auf das, was körperlich möglich ist. Einen solchen Tag erlebten wir in den Alpen auf unserer Marmotte in der Extended-SoFaCycling-Edition – ein Ritt zwischen totaler Erschöpfung und absolutem Hochgefühl. Wir haben uns der legendären Strecke des Marmotte Granfondo Alpes gestellt. Aber weil uns das Original offenbar noch nicht fordernd genug erschien, gab es die „SoFa-Spezialmischung“: Start und Ziel in Saint-Jean-de-Maurienne über die vier großen Pässe der Standardrunde, garniert mit einer Extraportion Höhenmeter über den Col de la Croix de Fer und den Col du Mollard zum Abschluss. Das Ergebnis? Unsere bislang höhenmeterreichste Runde. Ganz im Einklang mit unseren süßen Begleitern, den „Murmlerichen“.
Aber von vorn: Los ging es, als die Boulangerie nebenan gerade erst den Ofen für die tagesfrischen Baguettes anfeuerte. Das Surren der Ketten in der morgendlichen Dunkelheit auf der ungemütlichen Verbindungsstraße entlang der Autobahn, das erste Glimmen am Horizont beim Aufstieg zum Col du Télégraphe und schließlich der majestätische Galibier auf über 2600 m ü. NN. Einige dieser Riesen kannten wir schon von vergangenen Reisen, aber sie fühlen sich jedes Mal anders an – diesmal wie alte Bekannte, die uns herausfordern wollten. Über den Col du Lautaret ging es geschwind bergab Richtung Bourg-d’Oisans (im Übrigen eines unserer absoluten Highlight-Ziele; hier durften wir im Sommer 2023 bereits rauf und runter radeln).
Im Abschnitt zwischen Freney-d’Oisans und Bourg-d’Oisans verläuft die Originalroute des Marmotte durchs Tal, auf und neben einer großen Hauptstraße. Wir blieben uns treu und entschieden uns für den weniger flachen, dafür allerdings deutlich verkehrsärmeren sowie landschaftlich sehr viel eindrucksvolleren Weg über den malerischen Balcon d’Auris. Von hier arbeiteten wir uns vor zu einer der wohl prominentesten Legenden unter uns Radsportler:innen: die 21 Kehren der Alpe d’Huez. Hier hat sich seit 2023 nichts geändert – es war heiß, steil und vor allem stinkig. Tonnenweise LKW, gepaart mit aufgeblasenen Sportwagen-Idiot:innen und größenwahnsinnigen Motorradfahrer:innen, messen sich hier gern. Oben angekommen fühlten wir uns dann aber unbesiegbar.
Wer dachte, das Gros sei geschafft, wurde am Glandon und Croix de Fer eines Besseren belehrt. Landschaftlich bombastisch, fahrerisch eine echte Charakterprüfung (insbesondere mit bereits fast 4000 Höhenmetern in den Beinchen). Auch diese haben wir jedoch mit Bravour bestanden und konnten den herrlichen Ausblick auf die umliegenden Gipfel genießen. Hier fiel die Entscheidung, ein letztes Abenteuer für diesen Tag zu wagen: Wir wählten den längeren Aufstieg über den Col du Mollard – anstelle des kürzeren Abstiegs (um nicht zu sagen: der direkten Zieleinfahrt). Ein letztes Aufbäumen im goldenen Licht des Sonnenuntergangs, bevor wir in die Abfahrt zurück nach Saint-Jean-de-Maurienne eintauchten.
Die Bilanz des Wahnsinns: Es war emotional. Es war schwer. Es war unheimlich spaßig. Wir haben nicht nur Pässe gesammelt, sondern Erinnerungen, die wohl so schnell nicht verblassen werden. Am Ende gab es satte +14 auf das Murmlerich-Konto, +6 für das quäldich-Passjagd-Konto und zwei breite Grinsen im Gesicht. Letztere werden wahrscheinlich noch Tage anhalten.
Die Etappen einer unvergesslichen Tour:
Col du Télégraphe (1566 m)
Col du Galibier (2645 m)
Balcon d’Auris (1291 m)
Alpe d’Huez (1860 m)
Col du Glandon (1924 m)
Col de la Croix de Fer (2067 m)
Col du Mollard (1638 m)
Ein Tag, der uns geprägt hat. Grandios, herrlich, unvergesslich. Genau das ist es, warum wir Rennrad fahren.












































