91.0 Kilometer
1918 Höhenmeter
4h 51min Fahrzeit
18.8 km/h (53.9 max.)
100.7 Watt (325 max.)
130.9 bpm (169.0 max.)
Hinterland-Runde mit Überraschungs-Finale
Nach einem tiefenentspannten Start in den Tag mit Core-Training und Sonnengruß auf der Terrasse sowie der obligatorischen Wanderung zur Boulangerie, um unsere Baguette-Testreihe zu starten, dachten wir uns am heutigen ersten vollen Tag unserer Nizza-Expedition: „Lass erstmal ganz gemütlich durch das Hinterland radeln.“ Spoiler vorab: Es wurde legendär, verdammt steil und am Ende auch ein bisschen frostig.
Auf den Start an der Pont Charles Albert folgte zunächst pures Postkarten-Idyll. Über Le Broc, das wirklich ein absolutes Schmuckstück ist, kurbelten wir uns die ersten 600 Höhenmeter hoch nach Bouyon warm. In La Roque-en-Provence wartete dann die erste artistische Einlage: Es galt, eine etwas wackelige Hängebrücke zu überwinden. Ganz nach dem Motto „Wer sein Rad liebt, der schiebt“ – oder trägt – bewältigten wir die Passage inklusive der anschließenden Steintreppe zurück auf die Hauptstraße. Der malerische Anstieg nach Toudon versetzte uns dann streckentechnisch erneut in Wallungen. Der aalglatte, nigelnagelneue Asphalt schlängelte sich am meist bewaldeten Berghang in vielen Kehren entlang. Ruhe pur – kein einziges Auto in Sicht und dazu eine unvergleichliche Aussicht. Zum Ende ging es noch mal so richtig zur Sache: Der Bonus-Climb auf den Mont Vial wartete mit Steigungsprozenten jenseits der 10 % auf. Während wir uns bei sommerlichen Temperaturen im Kurzarm-Trikot die Rampe hochquälten, bestaunten wir die schottischen Hochlandrinder, die friedlich am Wegesrand weideten. Rückblickend wurde uns schlagartig klar, weshalb die zotteligen Co-Piloten so verwundert dreinblickten, als sie uns sahen. Sie müssen wohl gedacht haben: „Seriously? In den kurzen Buchsen?“
Oben angekommen, hat es uns schlicht die Sprache verschlagen. Die 360-Grad-Rundumsicht auf dem Bergrücken war so überwältigend, dass wir fast übersehen hätten, dass wir plötzlich im Schnee standen (auf der meerabgewandten Seite hielt sich der Winter nämlich noch hartnäckig). Auf der einen Seite das glitzernde Mittelmeer, auf der anderen die unendliche Weite der schneebedeckten Seealpen – „grandios“ trifft es nicht mal ansatzweise. So standen wir also auf dem Gipfel, der Inbegriff von Coolness im wahrsten Sinne des Wortes.
Die Abfahrt wurde schließlich wieder einmal zum Charaktertest: Eisiger Wind pfiff uns entgegen, die Zehen wurden blau und taub, und als Krönung gab es in diesem Eiskanal auch noch gepflegten Ziegenverkehr, der selbstredend Vorrang hat. Allzu lange dauerte der Stau glücklicherweise nicht an, und so standen wir kurze Zeit später wieder an der Pont Charles Albert – mit klappernden Zähnen, aber einem breiten Grinsen im Gesicht.













































