144.2 Kilometer
2358 Höhenmeter
6h 42min Fahrzeit
21.5 km/h (54.2 max.)
99.7 Watt (263 max.)
126.0 bpm (168.0 max.)
Hinterland-Kontraste
Unsere heutige Runde durch das Hinterland der Côte d’Azur war eine echte Achterbahnfahrt der Eindrücke – sowohl landschaftlich als auch klimatisch. Hätte uns heute Morgen jemand prophezeit, dass wir uns wie im tiefsten Hochsommer fühlen würden, hätten wir wohl nur ungläubig gelächelt. Doch die Realität war unerbittlich: Es war krachend heiß, befand sogar die „Frostbeule“ Sophie. Vom milden Frühling fehlte jede Spur, während wir uns durch eine Szenerie arbeiteten, die sich ständig neu erfand.
Der Tag begann spektakulär am Col de Vence. Es ist immer wieder faszinierend, wie schnell man vergisst, dass die Küste nur einen Katzensprung entfernt ist. Die karge, fast surreale Mondlandschaft dort oben hat eine ganz eigene, stille Faszination, die uns jedes Mal aufs Neue in ihren Bann zieht.
Doch das Bild wandelte sich radikal, als wir die Balkonstraße am Ferres-Pass erreichten. Sie ist ein absolutes Highlight der Region: Man blickt von oben in tiefe, schwindelerregende Schluchten, während sich schroffe Felswände und sattgrüne Berge vor einem ausbreiten. Dieser Blick aus der Vogelperspektive auf die wilde Natur ist kaum in Worte zu fassen.
In Roquestéron änderte sich das Bild erneut: Nach einer berauschenden Abfahrt ragten die begrünten Berge und mächtigen Felsformationen, die wir eben noch überflogen hatten, nun steil und imposant über uns auf – ein Perspektivwechsel, der die gewaltigen Dimensionen dieser Landschaft erst so richtig verdeutlicht. Voller Endorphine radelten wir weiter zum wunderschönen Örtchen Gilette, das wie ein Adlerhorst über dem Tal thront.
Eigentlich sah unser Plan für den Rückweg eine entspannte, flache Küstenetappe vor. Aber ganz ehrlich? Der Wind hat uns so genervt, dass wir kurzfristig umdisponiert haben. Wer uns kennt, weiß: Wir scheuen selten zusätzliche Höhenmeter – erst recht nicht, wenn wir diese gegen eine belebte Hauptstraße mit Windlotterie eintauschen können. Kurzerhand wurde der Plan also über den Haufen geworfen. Während andere wohl froh über den flachen Ausklang gewesen wären, zog es uns zurück in die Hügel. Tja, bei uns muss es am Ende eben doch immer bergauf gehen.
Ein intensiver Tag, der so abwechslungsreich wie wunderbar war.








































